Sanierung und Erweiterung eines Einfamilienhauses in Hamburg-Othmarschen

Sanierung eines Einfamilienhauses

Historische Substanz, zeitgemäß weitergedacht

In Hamburg-Othmarschen wurde ein Einfamilienhaus aus dem frühen 20. Jahrhundert umfassend saniert und behutsam weiterentwickelt. Fassaden- und Dachflächen wurden instand gesetzt, der Grundriss neu organisiert und das Gebäude um einen Anbau erweitert. Ziel der Auftraggeber war es, die gewachsene Substanz zu erhalten – und gleichzeitig offene, zeitgemäße Wohnbereiche zu schaffen.

Der Anbau fügt sich zurückhaltend in die bestehende Architektur ein: Er nimmt den Rhythmus des Bestands auf, erweitert das Raumprogramm, ohne den Charakter der historischen Fassade zu stören. Die ruhig verputzte, strahlend weiße Außenhülle bleibt dem Stil der Zeit verpflichtet; die Fensteraufteilung wurde originalgetreu rekonstruiert und durch historische Fensterläden ergänzt. So bleibt das Gebäude im Straßenbild verankert und wirkt dennoch klarer und aufgeräumter. Ein besonderes Merkmal: Der Neubau liegt rund einen Meter tiefer als das Bestandsgebäude. Die Deckenführung des Erdgeschosses wird dennoch nahtlos fortgesetzt – so entsteht ein großzügiger, fließender Wohnbereich, der historische Proportionen mit modernen Wohn- und Arbeitsbereichen selbstverständlich verbindet. Große Fensterflächen, durchgängige Linien und eine helle Materialwahl sorgen für viel Licht und eine ruhige, wohnliche Atmosphäre.

Im Innenraum treffen bewusst zwei Gestaltungsebenen aufeinander: zeitgenössische Akzente und klassische Details. Offene Strukturen mit Stahl-Lofttüren schenken dem Erdgeschoss eine urban-liberale Note, während Fischgrätparkett, Hamburger Fußleisten und traditionelle Kassettentüren mit Bekleidungen die handwerkliche Qualität der Gründerzeit sichtbar machen. Das Zusammenspiel wirkt nicht museal, sondern lebendig, bietet Tradition als Grundlage und Moderne als Weiterführung.
Auch das Raumprogramm folgt dieser Logik. Im Erdgeschoss führt die repräsentative Diele direkt in die Wohnküche, die als Mittelpunkt des Hauses funktioniert. Von hier aus öffnet sich der Wohnbereich im Anbau: ein großzügiger Rückzugsraum, der durch seine Tiefe und Offenheit Alt- und Neubau ganz selbstverständlich miteinander verbindet.

Die Obergeschosse sind als private Familienbereiche organisiert. Im ersten Obergeschoss liegen großzügige Schlaf- und Spielzimmer sowie ein geräumiges Bad. Im Dachgeschoss schließt sich der Elternbereich an, bis in die Spitze ausgebaut. Stahl-Glaselemente und freiliegende Konstruktionen setzen dort bewusst moderne Akzente, ohne den Charakter des Hauses zu brechen.

Planung & Umsetzung: Bauantrag sowie Grundlagenermittlung inklusive Visualisierung erfolgten durch Bastian Grell. Ausführungsplanung und Detailplanungen erfolgten durch Rath Exklusiv.

Das Ergebnis ist ein Haus, das seine Geschichte sichtbar bewahrt und zugleich im Heute ankommt: sorgfältig saniert, sinnvoll erweitert und mit viel Blick fürs Detail umgesetzt. Es ist nicht nur ein Wohnort, sondern ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart in harmonischer Balance zueinanderstehen.